Tansania (bei Tabora ), Kenia am Eldama Fluss (ist ein Flüsschen das nach Norden zum Baringa-See entwässert) 

Latastia siebenrocki  (TORNIER, 1905)

Synonyme:

Eremias siebenrocki  TORNIER, 1905

Trivialnamen:

Siebenrock’s Longtail Lizard (Englisch)

Hinweis:

TORNIER ist sich bei der Erstbeschreibung selbst nicht sicher, ob er diese Art zu Eremias oder Latastia stellen soll, entschließt sich dann aber zu ersterem und beschreibt Eremias siebenrocki, obwohl die Unterschiede zu `Eremias` neumanni nur geringfügig sind. Der Typus soll von der Küste des heutigen Benin stammen. Dort ist der Vegetationstyp eine Feuchtsawanne. Dieses Typusexemplar konnte ich untersuchen. Ein graues, leicht geflecktes `Würmchen` - ein Wüsten- (Halbwüsten-)tier! Niemals kommt das aus dieser Ecke. NIEDEN, ein Volontär TORNIERs, meldet 1913 Vorkommen in Kenya am Eldama Fluss und in Tanzania bei Tabora, beides Gebiete im Bereich der ostafrikanischen Grabenbrüche. Er untersuchte im Auftrag seines Chefs diese Eidechsen speziell danach, ob sie mit Eremias siebenrocki identisch sein könnten. Er bestätigt die Vermutung und drückt seine Verwunderung über das riesige Areal aus. Schließlich stellt er die Art zu Latastia. Ich kenne auch diese Tiere und muss ihm beipflichten (in diese Gegend passen sie von ihrem Outfit auch viel besser). LOVERIDGE (1923) führt also Latastia siebenrocki in seiner `List of the reptiles of British territories in East Africa, with keys for the diagnosis of the species` (Proc. Zool. Soc. London 1923: 841-863) auf. In einem Remake 1957 (Check list of the reptiles and amphibians of East Africa, Bull. Mus. Comp. Zool. 117: 153-362) erwähnt er die Art nicht mehr, erwähnt aber auch keinem Wort, warum er sie nicht erwähnt! Damit ist L. siebenrocki in ein `Schwarzes Loch der Zoologie` eingesaugt worden und wird daher auch seit fast 100 Jahren nicht mehr erwähnt..... Ist sie vielleicht (teilweise) als Helobolus neumanni wieder auferstanden? Was ist Latastia siebenrocki? Zur Gattung Latastia gehört sie mit Sicherheit nicht und kommt auch keinesfalls in Westafrika vor (die terra typica ist – wie so oft - irrtümlich).
Werner Mayer